My mind, my feelings, myself











{Mai 4, 2008}   Verloren

Sie saß da und starrte aus dem Fenster. Draußen scheinte die Sonne und es war ein warmer Tag. Trotzdem war ihr kalt. Sie wusste nicht was mit ihr los war. Alle machten sich Sorgen, um sie. Das wollte sie nicht, denn eigentlich gab es keinen Grund sich Sorgen zu machen, oder? Sie wusste es nicht. Sie hätte zumindest keinen Grund aufzählen können. Oder doch? Nein, das sie wegen einem Sänger, einer Person traurig sein sollte wollte nicht in ihren Kopf rein. Wenn dann gabs da andere Gründe, sie wusste zwar nicht welche, aber nicht deswegen. Sie wollte ihr ganzes Leben schon unabhänig sein. Wollte sagen können, dass die Leute die sich nicht für sie interessierten ihr sonstwo vorbeigehen können. Sie wollte ihre Stimmung nicht von sowas wie Liebe beinflussen lassen. Das wollte sie alles hinter sich lassen, hatte es schon genug erlebt. Das jetzt eine Person sie so beinflussen sollte, nein das konnt nicht sein. Es war nicht so. Das war ihre Überzeugung. Aber warum sah sie dann nach der Meinung ihrer Freundinnen und sie wusste das diese sie nicht anlügen würden oder übertreiben würden, es waren Leute dennen sie vertraute, warum sah sie traurig und nachdenklich aus? Sie konnte diese Frage einfach nicht beantworten und das beschäftigte sie. Sie wollte nicht das man sich Sorgen um sie machte.
Sie ballte die Fäuste. Warum schaffte sie es nicht dieses blöde Gefühl aus ihrem Herzen zu bekommen? Verdammt, ihr gings doch gut. Warum fühlte sie sich dann nicht so? Sie musste ihren Kopf leer bekommen, nicht mehr darüber nachdenken, aber sie schaffte es nicht. Das regte sie auf. Sie wusste nicht wieso und warum und trotzdem war da etwas. Sie konnte ihren Freundinnen noch nicht mal erklären was los war. Das fand sie am schlimmsten. Jemand machte sich Sorgen um sie und sie konnte noch nicht mal erklären was mit ihr los war.
Sie brauchte Ablenkung und sie sollte aufhören an diesem Gefühl zu hängen. Wenn schon nicht für sich selber dann immerhin für ihre Freundinnen. Sie wusste zwar noch nicht wie sie das anstellen wollte, aber sie würde alles machen. Das war sie den Personen, die so wichtig waren in ihrem Leben, schuldig.
Sie hatte Angst jemand ganz anderes zu werden. Sie wollte endlich wissen was mit ihr los war. Sie hätte heulen können, aber noch nicht mal das klappte.
Was war nur los?



{März 15, 2008}   In Gedanken

Sie schaute aus dem Fenster. Kalt war ihr nicht, obwohl es schon weit nach Mitternacht war. Sie konnte einfach nicht schlafen. Schon wieder ein neues Land, eine neue Umgebung und neue Eindrücke. Seit sie mit der Band reiste war sie ständig unterwegs. Es machte Spaß. Alle Leute waren so nett zu ihr. Sie konnte es immer noch nicht fassen, was sie alles in so kurzer Zeit erlebt hatte. Es gab Tage da kam ihr alles so surreal vor, so unwirklich. Aber es stimmte wirklich. Sie würde jetzt ein ganzes Jahr mit der Band reisen. Ein ganzes Jahr mit den Leuten die sie sofort in ihr Herz geschlossen hatte. Aber trotzdem, an Abenden wie diesem fehlte ihr ihre Familie und ihre alten Freunde. Die Personen die sie schon ihr ganzes Leben kannte. Wo sie wusste, dass sie immer da waren und sie immer verstanden. Sie schaute in den Himmel. Es war eine sternenklare Nacht und sie konnte viele Sternenbilder erkennen. Auch viele die sie sich selber ausgedacht hatte, in den Nächten, in denen sie mit Freunden auf der Wiese lang und in den Himmel schaute.

„Warum schläfst du noch nicht?“ Sie drehte sich um. Hinter ihr stand ein hübscher junger Mann. Der Sänger der Band mit der sie auf Reisen war. „Ich kann nicht einschlafen und es ist so eine schöne Nacht.“ Er stellte sich neben sie, schaute auch in den Himmel hinauf. Sie merkte, dass er spürte wie es ihr ging und das gab ihr ein geborgenes Gefühl. Er schaute sie an und versuchte ihre Gesichtszüge in der Dunkelheit auszumachen. Sie lächelte. „Immer wenn ich Heimweh habe schaue ich mir den Himmel an. Denn ich weis, dass alle die ich liebe, alle meine Freunde und meine Familie den gleichen Himmel sehen. Es sind die gleichen Sterne und der gleiche Mond. Es ist der gleiche Gott und er passt auf sie auf und verbindet uns, egal wie weit wir entfernt sind.“ Bei diesen Worten stellte er sich hinter sie und umarmte sie. Er gab ihr den nötigen Halt den sie brauchte. Sie schloss die Augen und lehnte sich einfach nur an ihn an. „Fühlst du dich alleine?“ Sie schloss die Augen. „Nein, denn du bist ja da.“



{Oktober 24, 2007}   Regentag

Es war ein kalter Tag und der Nebel hing in den Tälern und Bäumen. Es hatte grade aufgehört zu regnen, als sie aus dem Haus ging. Ohne Ziel, aber mit einem Grund. Sie wollte sich selbst finden. Sie ging die Straße hinunter, auf den Wald zu. Weißer Atem kam aus ihrem Mund und sie zog den Reisverschluss ihrer Jacke noch mal ganz nach oben. Sie hatte keinen Schaal dabei. Im Wald schaute sie durch die dichten Büsche und Bäume und versuchte irgendwas durch den dicken Nebel zu erkennen, aber sie sah nur die Kälte die ihr die Glider hinauf kroch. Am liebsten wäre sie wieder umgekehrt, aber sie hätte es in der stickigen Wohnung, mit all dem Geschrei und dem Geknalle der zuschlagenden Türen nicht ausgehalten. Da war sie doch lieber hier draußen. Als sie zum See kam, setzte sie sich auf eine Bank nahe am Wasser und versuchte etwas zu erkennen. Lange saß sie dort und dachte über sich nach. Nach und nach lichtete sich der Nebel und sie konnte die Enten erkennen, die auf sie zu schwammen, doch als sie sich erhob, waren sie schneller weg als sie schauen konnte. Sie ging so nah ans Wasser, dass sie sich selber sehen konnte, ihre Spiegelung im Wasser. Sie war blass. Sie wusste nicht ob sie wirklich so sein wollte. Sie hätte auch nicht gedacht, dass sie sich mit einem Spaziergang durch den Wald selber finden würde. Die Enten kamen langsam wieder aus dem Schilf auf sie zu. Sie wollten Brotkrumen oder so etwas in der Art haben, aber sie hatte nichts dabei. Natürlich, an die armen Enten dachte ja auch niemand. Die frohren immer hier draußen im Wald. Aber sie ließen das Spiegelbild verschwinden. Sie sah dafür jetzt nur noch Wellen. Vielleicht wollten die Enten ja nicht, dass sie so war wie sie war. Hungrig schauten die Enten sie an. Der Nebel hatte sich gelichtet und die Sonne hatte wieder angefangen zu scheinen, aber das merkte sie gar nicht. Sie merkte auch nicht wie schön der einsame Wald, nach dem Regen, in der Sonne glänzte. Sie rannte nach Hause und holte Brot für die Enten. Die Sonne strahlte durch die Bäume und verkündete einen neuen Tag. Einen Tag wie jeder andere und doch war er besonders, für sie. Denn die Enten wurden satt.



et cetera