In Gottes Hand

Und wenn ich ewig warten muss. Und wenn es einfach nicht so sein sollte. Ich hab glaube ich grade in diesem Moment begriffen, dass es egal ist was passiert, so lange es Gottes Wille ist. Wenn er es so will, dann soll es auch so sein, weil er einfach viel mehr Ahnung hat was gut für mich ist als ich. Wenn er meint, dass es nicht so sein soll, dann nehm ich das so hin. Wenn er mich noch warten lassen will, dann wird Jesus seine Gründe dafür haben. Ich habe damals Gott zugestanden, dass in allen Liebes- und Beziehungssachen nicht mein sondern sein Wille geschehe und ich werde diese Entscheidung auch nicht zurücknehmen. Warum sollte ich auch wenn er doch so viel besser weiß was gut für ich ist. Warum sollte ich ihn dann in der wichtigsten Sache die es auf dieser Welt gibt außen vor lassen?
Ich will nicht mehr an zwei Stricken auseinandergezogen werden. Ich will diese Hoffnung, Sehnsucht und vielleicht auch den Irrglauben, dass ich allein irgendetwas entscheiden könnte endlich loslassen. Ich will aufhören zu zweifeln ob Gott nicht einen Fehler macht oder warum mal wieder ich darunter leiden muss. Ich will nicht die Liebe, die ich grade habe und so deutlich wie noch nie spüre aufgeben, sondern sie endlich und entgültig in Gottes Hand legen. Er wird schon das Beste daraus machen. Denn wenn nicht er, wer sonst?

Im Sprung

Schneller, schneller, schneller. Immer schneller. Im Kreis. Vor, zurück. Schneller, noch schneller. Ein Schritt und ein Satz. Nur noch ein bisschen weiter. Ein kleines bisschen Mut. Ein kleines bisschen Entschlossenheit. Selbstvertrauen und immer schneller. Noch ein bisschen mehr. Ein bisschen weiter. Ein Moment. Runter. Kraft spüren. Federleicht. Ein Sprung.Adler
Er fliegt, immer höher. Die unsichtbaren Flügel werden für einen Bruchteil sichtbar. Spürbar. Mitten in der Luft sich frei fühlen. Schwerelos fühlen. Alle Sorgen auf der anderen Seite lassen. Von Schwarz zu weiß wechseln. Von Dunkel zu Hell. Alle Ängste hinter sich lassen. Fallen lassen. Immer leichter werden und den Ballast abwerfen. Auf dem Höhepunkt sein. Glücklich sein. Langsam wieder in die Realität zurück kommen. Die Flügel wieder verschwinden spüren. Seinen Körper wieder spüren. Das Gewicht der Welt wieder wahrnehmen. Landen. Leichtfüßig wieder auf die Beine kommen. Die Wahrnehmung wieder zurückholen. Das Denken wieder einsetzten lassen.
Doch die Sorgen auf der anderen Seite lassen. All die Gefühle die runterziehen losgeworden sein. Alle die Stimmungen die man nicht mehr ausgehalten hat, hinter sich gelassen haben. Auf der anderen Seite angekommen sein und den Abgrund überwunden haben. So einfach. Nur mit ein bisschen Mut und dem Willen es zu schaffen.
So einfach. Man muss es nur mal ausprobieren.

Engel

Wie kann ich für jemanden ein Engel sein, wenn ich so viele Zweifel hege, die mich fragen lassen, warum ich einen Platz auf dieser Erde verdient habe.

Warum denk ich von dir, dass du ein Engel bist und du denkst von mir genau das gleiche? Warum schaffen wir es nicht die Engel Engel sein zu lassen und zusammen zu fliegen. Ich weiß das es nicht geht, aber ich würde mir doch wünschen, dass du wenigstens das „Engelsein“ sein lassen würdest und den Menschen findest, der dir zeigt, wo deine Flügel sind und mit dir in den Himmel fliegt. Dort wo es kein Nachdenken mehr gibt. Dort wo es keine Tränen mehr gibt.
Dort wo es nur noch das Lächeln gibt, dass ich liebe.

Liebe ist …

JAT_Herrenberg_online_ (29)Die Liebe ist schon so eine Komische Sache und kommt natürlich immer nur dann, wenn es ihr passt und nicht wie es den Leuten gerne gefallen würde. Wäre ja auch langweilig.
Trotz allem ist dieses Gefühl einfach nur unbeschreiblich.
Irgendwie bringt es nichts, sich lange Gedanken darüber zu machen, wie man anfangen soll. Oder was für Worte man verwendet um auszudrücken, wie wichtig einem ein ganz bestimmter Mensch geworden ist. Egal was für überragende Worte einem einfallen, dass Gefühl, das man hat, lässt einen sogar das Größte noch zu klein und das Prachtvollste zu karg erscheinen.
Liebe ist nun mal einfach immer viel größer, als alle Worte dieser Welt. Liebe ist so viel und doch so wenig. Liebe ist so überragend und doch zieht es sie zu den Kleinsten und den Schwächsten. Liebe ist etwas, dass Berge versetzten kann und doch bleibt sie im Geheimen der Menschen. Sie freut sich daran, wenn sie zwei Menschen zusammen bringen, zwei Herzen verbinden und ein paar Tränen trocknen kann. Liebe kann Menschen grundlegend verändern.
Schade, dass, obwohl die Liebe so etwas Großes ist, trotzdem noch Herzen gebrochen werden. Schade, dass Leute meinen sie müssten mit der Liebe spielen oder sie missbrauchen. Traurig, dass es Leute gibt, die nicht wissen was Liebe ist. Dass Leute die Liebe an sich vorbeiziehen lassen und zu blind sind um zu sehen, wie groß die Liebe ist. Traurig, dass es Leute gibt, die hassen, angreifen, missbrauchen, vergewaltigen, demütigen oder töten.
Verrückt, dass das Größte auf dieser Welt immer kleiner wird. Verrückt, dass die Liebe trotz allem immer noch auf dieser Welt zu Hause ist und es immer wieder schafft Menschen zu verzaubern und glücklich zu machen.

Sie wusste nicht, wer das war, wenn sie in den Spiegel schaute. Das was sie in sich fühlte passte einfach nicht zu dem Bild, dass sie sah. Dieses lächelnde Mädchen konnte doch nicht das sein, was ihr verwirrtes Inneres widerspiegelte. Dieses fröhliche Mädchen konnte doch nicht sie sein, die grade nicht mehr wusste was sie denken sollte. Die am Liebsten alles hinwerfen würde. Die am Liebsten noch mal von vorne anfangen würde. Warum passte es einfach nicht? Sie spielte diese Fröhlichkeit nicht, aber sie spielte auch nicht ihre Traurigkeit im Inneren. Aber das passte doch nicht, oder? Man kann doch nicht beides sein. Man kann doch nicht dankbar und gleichzeitig wütend auf jemanden sein. Aber sie war es. Sie war Gott dankbar und gleichzeitig wütend auf ihn. Sie war gleichzeitig froh darüber, dass sie so viele gute Freunde hatte und traurig, dass es nicht klappte, nie klappen würde mit dem Jungen den sie liebte. Sie liebte diesen Jungen so sehr, da war sie sich sicher und doch war sie froh, dass er immer noch ihr Freund sein wollte, auch wenn er sie nicht liebte. Sie war grade alles und nichts. Sie hatte das Gefühl, dass alles, was auf einmal auf sie einströmte zu viel war und ihr Herz, ihre Seele deswegen gar nichts mehr fühlte. Aus dem einfachen Grund, weil alles zusammen einfach zu viel wäre. Deswegen hatte sie auch das Gefühl, dass Mädchen im Spiegel nicht zu kennen. Das konnte doch nicht sie sein. Wie konnte sie das sein? Das fragte sie sich wirklich. Vielleicht konnten ja andere ihr diese Frage beantworten, sie wäre echt dankbar dafür. Sie wusste auch grade einfach nicht, wie sie mit all dem umgehen sollte, womit sie umgehen musste. Sie war nicht der Mensch der oft weinte. Sie konnte das einfach nicht. Vielleicht war sie dafür einfach zu fröhlich, obwohl sie eigentlich grade überhaupt nicht fröhlich war. Sie war auch nicht wirklich traurig. Sie war gar nichts. Sie fühlte nur diesen Stich in ihrem Herzen. Diese Schwere auf ihren Gliedern. Alles war wie unter Wasser. Sie weinte nicht. Aber sie würde gerne. Sie wünschte sich die Tränen herbei, damit sie wenigstens ein Gefühl hatte. Aber grade war es nicht ein Gefühl. Es waren alle und gar keins. Kann alles zusammen Null ergeben? Anscheinend schon.
Wer ist dieses Mädchen im Spiegel? Wer ist dieses Mädchen, die diesen Text hier geschrieben hat? Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht sein. Ich bin es nicht. Ich will es nicht sein. Ich wäre es gerne nicht. Aber wahrscheinlich bin ich es trotzdem.