Mann im Mond

Mond am SeeSie schaute den Mond an. Sein Licht strahlte in der schwarzen Nacht wie ein Leuchtfeuer. Eine Hoffnung. Sie wusste nicht, wie sie auf diesen Gedanken kam. Eigentlich wusste sie noch nicht mal genau, was Hoffnung eigentlich war. Hoffnung auf was? Das alles gut werden würde? Diese Hoffnung hatte sie doch eh schon aufgeben. Hatte sie das nicht? Sie wollte diese Hoffnung aufgeben. Weil sie dann nicht immer wieder auf die Nase fallen würde, wenn sie dann doch merkte, dass die Hoffnung halt … ja was genau war? Doch bloß eine Hoffnung. Eine Hoffnung und nichts weiter. Hoffnungen konnten enttäuscht werden. Sie wusste nicht, warum sie sich immer wieder Hoffnungen machte um dann am Schluss doch nur festzustellen, dass die Hoffnung enttäuscht wurde. Aber es gelang ihr nicht, die Hoffnungen abzustellen. Sie war einfach da, die Hoffnung. Wie der Mond, in dieser dunklen Nacht. Sie schaute auf ihre Hände. Sie wusste nicht, was sie damit erreichen konnte. Mit dem was sie machte. Mit dem was sie nicht machte. Was sollte sie noch machen. Sie hatte das Gefühl in Mitten von einem großen Rätsel zu stecken und das passende Puzzelteil, das entscheidend war noch nicht gefunden zu haben. Wer würde ihr bei der Suche helfen? Sie hatte sich schon oft gefragt, ob gehen nicht einfacher wäre. Einfach alles hinter sich lassen. Dem Mond den Rücken zu kehren. Aber das konnte sie nicht. Er hatte eine so faszinierende Ausstrahlung, dass er sie immer wieder in den Bann zog, auch wenn sie es absolut nicht verstehen konnte. Außerdem mochte sie die Dunkelheit nicht. Sie hatte schon einmal versucht, alleine durch die Dunkelheit zu kommen und sie wollte diese Erfahrung nicht ein zweites Mal machen. Außerdem konnte sie es auch einfach nicht. Sie wusste, dass sie dem Mond das Licht nehmen konnte. Sie wusste, dass sie sein Strahlen nehmen konnte und das wollte sie nicht. Das brachte sie nicht übers Herz. Sie würde etwas kaputt machen, das irreparabel war. Sie würde lieber sich selbst kaputt machen, als ihn. Die Nacht wäre ohne den Mond zu dunkel. Sie schüttelte den Kopf. Was sollte sie auch ändern? Was ändern, an einer Situation, die sich nicht ändern ließ. Sie sollte aufhören, sich Gedanken zu machen. Der Mann im Mond würde schon auf sie aufpassen. Es war ein Trost zu wissen, dass der Mond, obwohl er so weit weg war, doch immer sein Licht auf sie schien. Er war da, auch wenn es ihr nicht immer so vorkam. Aber ob sie den Mann im Mond irgendwann mal zeigen könnte, was es hieß in ihre Welt zu scheinen, dass wusste sie nicht. Sie würde die Geschichte irgendwann fertig schreiben. Aber erst, wenn das Leben sich dazu entschloss, ihr das Ende zu erzählen. Man kann halt doch keine Geschichte erzählen, dessen Ende noch unvollendet ist. Es lag nicht an ihr die Zukunft voraus zu sagen. Sie schrieb nur die Geschichte auf. Sie erlebte die Geschichte bloß. Er hatte es ihr ja gesagt. Sie sollte sich nicht so viele Gedanken machen. Er hatte Recht!

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